Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2025 zeigen weiterhin deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen auf dem Arbeitsmarkt: 48,6 Prozent der Frauen sind teilzeitbeschäftigt. Bei den Männern liegt die Teilzeitquote hingegen bei nur 11,7 Prozent.
Damit arbeitet nahezu jede zweite Frau in Deutschland in Teilzeit, aber nur etwa jeder zehnte Mann.
Eine Untersuchung des Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zeigt, dass die Anzahl der Teilzeitbeschäftigten auf Rekordniveau ist.

Teilzeit ist selten eine rein individuelle Entscheidung
Auf den ersten Blick könnte man meinen, Teilzeit sei vor allem eine Frage persönlicher Lebensplanung. Doch die Realität vieler Frauen zeigt: Häufig sind es strukturelle Rahmenbedingungen, die diese Entscheidung beeinflussen.
Frauen übernehmen nach wie vor den Großteil der Sorgearbeit wie Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen und Organisation des Familienalltags. Fehlende oder unzureichende Betreuungsangebote, starre Arbeitszeitmodelle und gesellschaftliche Rollenerwartungen verstärken diesen Effekt zusätzlich.
Teilzeit bedeutet dabei nicht nur weniger Arbeitsstunden, sondern oft auch:
- geringere Einkommen
- niedrigere Rentenansprüche
- eingeschränkte Karrierechancen
- geringere wirtschaftliche Unabhängigkeit
Auch in der Lausitz sind diese Entwicklungen spürbar. Gerade in ländlichen Regionen spielen Faktoren wie Infrastruktur, Erreichbarkeit von Betreuungsangeboten und regionale Arbeitsmarktstrukturen eine wichtige Rolle.
Wenn fast jede zweite Frau in Teilzeit arbeitet, hat das nicht nur individuelle, sondern auch gesellschaftliche Folgen. Wirtschaftliche Teilhabe, Fachkräftesicherung und gleichberechtigte Entwicklung hängen eng mit der Frage zusammen, wie Erwerbs- und Sorgearbeit verteilt sind.
Was braucht es für echte Wahlfreiheit?
Gleichstellung bedeutet nicht, Teilzeit grundsätzlich infrage zu stellen. Viele Frauen wünschen sich flexible Arbeitsmodelle – und das ist legitim. Entscheidend ist jedoch, dass Teilzeit eine echte Wahl ist und nicht die Folge fehlender Alternativen.
Dafür braucht es:
- verlässliche und flächendeckende Kinderbetreuung
- bessere Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf
- partnerschaftliche Aufteilung von Sorgearbeit
- faire Karriere- und Aufstiegschancen unabhängig vom Arbeitszeitmodell
Als Lausitzer Frauen Netzwerk setzen wir uns für Strukturen ein, die Frauen stärken, wirtschaftliche Unabhängigkeit fördern und echte Chancengleichheit ermöglichen.
Denn Gleichstellung ist kein Randthema sondern ein zentraler Baustein für eine starke und zukunftsfähige Lausitz.
